Die humanistische Intervention

Denkwürdiges in Sprache von Michael Bolz

Verehrtes Publikum!

Verfasst von michaelbolz am August 8, 2008

Direktor: „Nun sehen Sie sich das an. Wie? Wohin? Was? Der Mensch da fragt mich noch zutode. Wenn Sie nur einen Augenblick… Wie? Nicht? So bedrängt sehen Wir uns also gezwungen… Wer? Sehen Sie die anderen denn nicht? Herrschaft! Herrschaften! Was soll der ganze Zirkus! Wie? Warum ich jetzt politisch werd´? Wie? Sie wollen unterhalten sein? Na, ist dass denn nicht die beste Unterhaltung? Der größte Zirkus? Das Leben? Sehen Sie sich um und seien Sie nicht zaghaft! Und wenn Sie einmal meinen, da träte ihnen wer in den Allerwertesten… Was? Meinetwegen: also in den Arsch, dann sehen Sie genau hin, nicht wie tief der Schuh drinsteckt, sondern wer den angestiftet hat, der sie getreten hat. Denn meistens steckt da wer dahinter und während wir noch jammern, der Schmerzen wegen und anklagen, wetzt der sich die Hände, und schickt den Angestifteten noch in den Knast. So siehts aus!

Mensch!

Wo wir auch hinsehen ist es am rumoren, und jeder Mensch hält sich die Ohren.

Wo wir auch hinsehn große Ballerei, der Frieden ist uns einerlei.

Wo wir auch hinsehn!

Und Arme, grad, als gäbs noch nicht genug, wir fabriziern und fabriziern,

Die Industriezeit ist vorbei, was also fabriziern wir noch?

Wo wir auch hinsehn ist der Jammer groß, der Mensch im Jammer ganz famos!

Die Großen jammern noch am meisten.

Wo wir auch hinsehn Krieg und Ballerei und Menschenrechtsverletzung!

Regierungen machen es uns vor, die gesellschaftlich´ Zersetzung.

Und Arme, grad, als gäbs noch nicht genug, wir fabriziern und fabriziern,

Die Industriezeit ist vorbei, was also fabriziern wir noch?

Mensch!

Fragt sich wer in diesen anstandlosen Zeiten

„Wovon lassen wir uns leiten?“

Der Stern zu Behtlehem ist lang vergangen.

Vielleicht ist Zeit, vielleicht ist Zeit!

Bevor auch dieser Stern versinkt,

auf dem die Menschheit mit sich selber ringt.

So! Sie sehen… Wie? Lesen? Fresse! Was man sich nicht alles sagen lassen muss – soviel zum Schluss: Kann Literatur sich raushalten aus der Politik, wie der Sport oder die Soziologen? Wer sich raushalten darf, soviel steht fest, dass sind die Politiker und das Volk. Was? Demokratieunfreundlich? Was Sie nicht sagen. Das nächste Mal, noch eine Unterbrechung, mein ich, dann gibt es eine auf den Hinterkopf! Oder Zwei! Sie, Sie! Ja, Sie! Oder, wie? Lassen Sie sich eines gesagt sein, halten Sie sich raus aus dem Zirkus, beschweren Sie sich nicht. Ich muss, wie Sie merken, den Pöbel ertragen, wie auch nicht? So ist es im Zirkus und wer´s nicht mag, der geht besser in die Wüste, da kann er mit sich rechten wie er will. Wie? Was? Kein Wasser wie in Palästina für die Armen? Und die Israelis machen´s mit Absicht? Land ohne Volk? Sie merken, wir kommen vom einen auf´s nächste und dabei wollen wir mit einer gewissen Chronoligie vorgehen, damit´s nicht ganz verwirrend wird, denn ein schlauer Mensch hat mal gesagt, dass Vielfalt ohne Einheit ist wie Zahnpasta ohne Streifen. Was sag ich? Wir lesen uns und ich, der Direktor, wünsch ihnen viel Freude bei den Beiträgen und empfehlen Sie den Zirkus weiter – freilich, wenns Ihnen gefallen hat. Wenn nicht, bitte schweigen Sie, vielleicht liegt es nur an ihrem schlechten Geschmack und immerhin, der Eintritt war ja frei.

Ich empfehle mich.“

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