Die humanistische Intervention

Denkwürdiges in Sprache von Michael Bolz

Archiv für die Kategorie ‘Gedichte’

Liebe Passagiere!

Verfasst von michaelbolz am Juli 28, 2009

Ach! es ist soweit! Dies Blog geht auf Warteschiene zur Überholung und was diverse Konkretisierungen in den schriftlichen und biologischen Lebensverhältnissen betreffen.

Ach! und das kann ein bisschen dauern und da der Verfasser und Autor der seiteninternen Seitenstatistik entziehen kann, dass es offensichtlich Dauergäste in dies semiotische Gefilde löckt, möcht er sich genau jenen zulehnen – freilich sind Zufallsgäste ebenso gern miteinbezogen und sollten sich insofern gern und direkt angesprochen fühlen.

Ach! (dieses Gejammere…)

Akklamation:

„So müssen die Ahnungen der Kindheit dahin, um als Wahrheit wieder aufzustehen im Geiste des Mannes. So verblühen die schönen jugendlichen Myrten der Vorwelt, die Dichtungen Homers und seiner Zeiten, die Prophezeiungen und Offenbarungen, aber der Keim, der in ihnen lag, geht als reife Frucht hervor im Herbst.“ – Ja! Im Herbst soll dies Blog wieder auferstehen, die Kindheit aber soll bleiben und sogar noch hervortreten. Sonst wiederholt sich das endlos-archaisch-griechische Machotum noch einmal zweitausend Jahre.

„Doch wird das Vollkommene erst im fernen Land kommen. Im Lande der Heimat, des Wiedersehens und der ewigen Jugend. Jetzt ist es doch nur Dämmerung.“ – Ja! Die Reise geht in die Heimat des Verfassers, Kaliningrad, Königsberg, in die Vorhalle eines Kant und Thomas Mann, auf den Pferdehof und in die sumpfigen Auen des alten östpreußischen Flak-Hilfsschützen und Nazi-Mitläufers aus gebrochenem Herzen und elender Verzweiflung heraus: Otto Bolz.

„Leb wohl, Melitta! Leb wohl!“ – Ja! Weiß der Teufel, wer damit gemeint ist.

Ach! Für die Treuen zwei Gedicht aus der nahen Kindheit, während im Kopf die Hoffmanschen Erzählungen rauschen und den Verfasser ans graublaue Meer locken:

Sacht´ das Leben wär, ich dacht;

Doch nur der Tod ist sacht und still.

Leben singt und Leben lacht,

Ständig und unbändig.

Der Tod kennt das Leben auswendig.

Sachte das Leben wäre, dachte ich, Kind.

Da kam der Tod – leiser als Luft

Und schneller als der Wind.

__________________

Die Ruhe wenn das Meer still steht,

Der Wind zu flüstern aufhört,

Das Herz den Verstand stillt,

Ein Lächeln unter tausend Stößen

Nicht aufhört.

Einen Kometen im Fernglas verloren.

Gefunden habe ich Dich.

Der angeborene Klang des Lebens

Die Sonne in einem Wasserglas

Glänzt und schimmert nur für Dich.

Der Verfasser freut sich auf den neuen Herbst und grüßt die treuen Herzen!

Was bleibt, ist beredtes und beseeltes Schweigen.

Denn Liebe ist stark wie der Tod

Und ihre Entschließung fest wie die Hölle.

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Welt Fremd

Verfasst von michaelbolz am Mai 13, 2009

Da war es um mich geschehen.

Der andere Mensch setzte den Hebel

Der richtigen Stelle an.

Ein Kompliment?

Sicher nicht.

Politik ist tot!

Und ich?

Bin Welt Fremd.

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Ich bin Rassist!

Verfasst von michaelbolz am März 2, 2009

Ich bin Rassist. Ich hasse Politiker.

Ich bin ein entstelltes Kind. Bin ein Kind der Politik.

Ich bin Chauvinist und ich bin Faschist. Ich bin Politiker.

Ich finde, wie die sind: Ich spreche vom: Politiker.

Zeigt sich im Krisensinn.

Dem Zentrum: Der Politik.

Sie versagt.

Mörder der Freiheit.

Verbrecher durch Neid.

Da wäre ja der Kommunismus besser.

Das wäre er.

Weil: Er wäre menschlicher.

Da wüsste ich, dass ich ein Sklave wäre.

Jetzt bekomme ich es bloß zu spüren.

Biss auf: Die Knochen.

Niemand spricht darüber.

Niemand hört hin.

Ich selbst am allerwenigsten.

Ich seh´ nur:

Wie die Kohle fliegt und flattert!

Wie die Zeit verraucht und die Knochen gelb macht!

Wie die Zukunft schön winkt und schön fächert.

Hach!

Es könnte doch so schön sein.

Blinke, blinke, sternfunkelndes Haar, in Mondenlicht gewattet,

Schwebst du vor meinen Lippen – durch die Nacht, mein Herz, mein…

Genau dann bin ich aufgewacht.

Und draußen goß´ es Eisen und Stahl, als weinte alles Meer in Bomben vom Himmel,

Standen die Bäume beschlossen, nackt und traurig – zu verwesen;

Standen die Menschen, die Viecher mit entblößten Zähnen,

Jeden Moment bereit, zu schlachten. Mensch.

Du bist angerichtet.

Hingerichtet.

Auf- und Vorbereitet.

Auf!

Auf zum Nachschlag.

Immer auf. Das Wesen!

Kniend noch knüppeln wir Krüppel, Krüppel selbst, kriechend mit Knüppeln uns

Zu Krüppeln.

Dank, Dir, verlorener Traum, verlogen. Mensch. Dank uns.

Ich bin Rassist.

Ich hasse den Menschen.

Wie er sich gibt. Gemein. Gierig. Grausam.

Wir alle.

Wir tanzen erfroren auf ganz, ganz dünnem Eis.

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Ein kurzes Lied zur Angst

Verfasst von michaelbolz am Dezember 25, 2008

Die Stimmen wechseln sich ab, die zweite Stimme bleibt etwas leiser.

Stimme 1:         Es ist die Angst

Stimme 2:         (Es ist die Angst)

Stimme 1:         Die unvermutet

Stimme 2:         (unvermutet)

Stimme 1:         Zu Dir ins Bett kriecht

Stimme 2:         (wo Du verblutest)

frohes Fest!

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Liebestraum – Liebestrauma – Liebestrauma rmelade

Verfasst von michaelbolz am November 30, 2008

Ich bin nie gewesen.

Husch! Herz! Husch!

Fort wie eine Schnuppe fällt am Strahahand.

Im Meer ertrunken.

Vom Fisch verschluckt (und wieder ausgeschissen).

Vom Wanderkrebs gar weiter noch verdaut.

Jetzt: Dünger für das Algenkraut.

Oh Oh! Zean!

Da unten ist es tief und dunkel!

Und leuchten tut rein gar nichts mehr!

Im Bauch von honigsüßem Wasser.

Des funkelnd´ Oberfläche nur nach mehr zu fressen

Auf zum Himmel schaut.

Husch! Herz! Husch!

Herz kriecht sich.

War nie da.

Süß!

Eingemacht.

Himbeere mit Stacheln.

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Es klopft

Verfasst von michaelbolz am Oktober 14, 2008

Und aus meinem Schlaf erwacht

nur ein Teil

der glasig aus dem Hinterkopf

durch den Lärm und durch

das Zimmer sieht.

Durch Schleier.

Es klopft

Und aus meinem Schlaf erwacht

nur ein Teil,

das Gespenst,

das Geräusch

ist nur Angst

bin ich; bloß.

Es klopft.

Der Tag.

Ein Traum.

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Im Nebel

Verfasst von michaelbolz am September 8, 2008

Das Gedichtlein entstand inspiriert durch Hesses Gedicht „Im Nebel„. Im Gedicht von Hesse selbst würde es die vierte Strophe sein bzw. die dritte ersetzen.

Und wahrlich; der lebt da einsam,

Des´ Herz sich nicht kennt;

Des´ Bahnen leiden zweisam

Weil Einsamkeit ihn trennt.

(c) 2008 Michael Bolz

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Bekenntnis

Verfasst von michaelbolz am September 3, 2008

Was aber liebe ich, da ich mich liebe?
Nicht die Schönheit des Körpers
Noch den Takt der Zeit im Blut;
Nicht den Glanz des Himmels, der da so lieb
Der Augen mangelnder Erkenntnis;
Nicht die süßen Melodien im Wind;
Nicht die Blumen, Düfte, Sternenlicht;
Und dennoch liebe ich mein Herz und
Seinen Klang; das Wort und seine Umarmung
Wenn ich mich liebe.
Herz und Klang und Wort und Umarmung meines inneren Menschen.
Dort ist meine Seele gemalt, was kein Raum erfasst;
Dort erklingt, was Zeit nicht nehmen kann;
Dort durftet, was kein Wind verweht;
Dort schmeckt, was keine Sattheit vergällt
Und schmiegt sich an, was kein Überdruss je löst.
Das ist es, was ich liebe, liebe ich mich.
Was aber bin ich?
Und was meine Seele?
Was bin ich für ein Wesen?
Drinnen und Draußen:
Ein Leben so mannigfach und vielgestalt
Und völlig unermesslich;
Ein Mosaik, ein Abbild zufälliger Erinnerungen
Im Spiegel des Selbst und Dir und der Welt.

(3ter September 2008 (c) Michael Bolz)

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Judith

Verfasst von michaelbolz am August 17, 2008

Wiegst mich in deine Blicke,

Wie man Milch legt in die Hände,

Der unsterblichen Unendlichkeit.

In deinen Augen Bernsteinglut,

Dahinter ein Feuer aus tausend

Singenden Sonnen, die tanzen

wie Winde im Sternenbad durchs

Lichte Samt des Weltalls.

Und deine Lippen, deren

Bekenntnis mich tröstet wie

Der Saft gold’ner Äpfel

Von Bäumen aus Lachen

Mit Blättern von Luft,

Deren Wurzeln tiefer gehen

Als alle Erde und Zeit

Und die Neid und Tod nicht dürre machen kann;

Dass ich den Sinn im Fleisch

Erfahre wie Moos den Frühlingsstaub und Regen,

Wie ein Kind die schönste Milch der Welt.

Dein Haar möchte ich küssen,

Das ist wie der süßesten Strauch

in einer kochenden Wüste von Nichts

Und berühren, dass es mich

In den Menschen verwandelt

Der ich in deinen Liedern bin.

Trag mich durch den Rauch

Der aus uns’rer Herzen Mitte

Quillt wie Safran aus der Brust

Von Eden.

Zeig mir das Bild, dass Du

Vor Dir ausgebreitet hast,

Wenn Du von Afrikas Küsten

Aufs Meer hinaus schaust;

Weil die Ungeheuer aus den Tiefen

Dich nicht schrecken

Wenn Perlen Dich rufen

Voll Licht.

(17ter August 2008 Copyright Michael Bolz)

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