Die humanistische Intervention

Denkwürdiges in Sprache von Michael Bolz

Archiv für die Kategorie ‘Uncategorized’

Der endültige Titel steht fest: Polis

Verfasst von michaelbolz am Februar 1, 2009

Nun ist es soweit, der Roman begibt sich in die Endphase und hat seinen Arbeitstitel weit von sich geworfen.

Der Titel des kommenden Berlin-Romans wird sein „Polis“ – das Thema: die griechischen Götter, Helden und Sagengestalten leben unter uns! Hier ein weiteres Appetithäppchen. Bis bald!

Demeter bürstet ihr Haar und findet sich einmal mehr hässlicher als zehn Sack Weizen. Dareios findet kaum tröstende Worte und im Grunde will er Demeter, seine Frau, auch nicht trösten. Dareios ist beleidigt. All die Jahrzehnte war er Demeter gefolgt, hatte sie unterstützt, getragen und geschwitzt, hatte sogar seiner Habilitation entsagt, nur damit Demi auf der Agora Basileus spielen kann, die Königin. Jetzt sieht Dareios Demeter häufiger im Fernsehen, als unter der heimischen Dusche, wobei dieser spezielle Reiz über die Jahrzehnte freilich Schimmel angesetzt hat. Doch Dareios liebt seine Demi irgendwo in seinem schmalen Herzen, aber die Demi will Agora-Queen sein. Und sie hat es geschafft.

Gerade fällt die Tür ins Schloss und reißt Dareios aus seinen trübsinnigen Gedanken. Wieder einmal hat sie vergessen, sich zu verabschieden. Am Fenster stehend, sieht er unten Demeter umständlich in die Limousine klettern, heute gibt es Staatsbesuch aus Makedonien und ein Interview, Demeter ist völlig vorausgelastet. Dareios macht sich an den Abwasch. „Scheints, als wäre immer wenigstens einer die Frau“, raunzt er müde in die Küche.

Demeter im Interview: „Liebe Frau Demeter! Wenn ich darf, würde ich gleich mit der ersten Frage beginnen.“

„Gernt.“

„Wie?“

„Los!“

„Frau Demeter, was waren in ihrer Kindheit die schönsten Erlebnisse?“

„Na, ich gehöre zu der Filiation, die das Ende des Sozialismus in der DDR und anschließend die deutsche Einheit mit ihren unglaubwürdigen Umwälzungen erleben musste. Äh, durfte, sollen. Habe! Es gibt das Gute! Das war mir belegt damit. Und jetzt diese Krise! Es gibt das Schlimme.“

„Schlimm also! Was tun?“

„Ja, was tun! Wir müssen in einem großen und vor allem national-protektionistischem Kraftakt einer weltweiten Rezession entgegnen und die Folgen für unsere Partei und unsere Geldbäutel eindemmen. Diesem Krampfakt gehe ich mit aller Nachfolge ein. Durch. Um.“

„Glauben Sie, sie können das? Im Ernst, meine ich?“

„Natürlich nicht. Wir werden uns zurückziehen, und warten ab, dass die akute Notlage das Folg in seinem Bestand soweit dezimiert hat, dass wirs nit mehr brauchen, oder wenn doch, dann nicht.“

„Soso!“

„Jaja!“

„Diese Woche sind die Athener ja Banker geworden…“

„Ich alleine!“

„Gut, sie also. Und zwar bei der Cometzbank und auch bei der Tröstnerbank. Kann es die Polis besser als rücksichtslos-sozialdarwinistische Banker?“

„Ich schon.“

„Wie stehen Sie zum Vorschlag eines 100 Milliarden schweren Deutschlandfondues zur Rettung ausländischer Unternehmen im Inland?“

„Ich werde mit meinem Paket Interventionen in Bildung und Infrastruktur beschließen, vergessere die Regelung zum Kurzarbeitergeld, um Entlassungswellen vorerst abzuschwächen, und wir schaffen einen Font, um an sich gesunden Unternehmen mit Steuergeldern zu helfen. Das ist eine Brücke, wie es mein Lieblingsphilosoph, Pierre Pascal, einmal ausgedrückt zu haben pflägte, in die Zeit, in der es wiederr aufwärts geht! Aufwärts! Vorwärts! In eine Zeit, wo Firmen und Banken wieder normal im Geldregen duschen, wo der zutiefst demokratische Kapitalismus funktioniert ohne den Staat und ich schon lange Königin bin! Dafür im Übrigens sind die 100 Mille Frischgeld nötig, wobei es sich vor allem um die Einnahmen der Ausgaben der Armen handelt. Und deren Erspartes.“

„Frau Demeter, ihr Ausschnitt ist heute wieder köstlich!“

„Ist das eine Fangfrage, oder soll ich jetzt rot werden?“

„Ganz wie sie wollen, doch bevor es an dieser Stelle weitergeht, verliebte Zuhörer, kurz Werbung vom Olymp! Bis gleich!“

Demeter winkt und lächelt.

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In der Kälte der Nacht

Verfasst von michaelbolz am Dezember 11, 2008

20.30 Uhr. Im Andachtsraum der Stadtmission Lehrter Straße: „Suchet die Besten der Stadt und betet für sie zum Herrn“, ist in minuskelartiger Schrift auf der gelb leuchtenden Säule im Andachtsraum zu lesen. Rechts daneben befindet sich ein kunstloser, schmaler Holztisch, auf dem zwei Kerzen in hohlbauchigen Gläsern flackern. In der Mitte zwischen den Kerzen an der Wand hängt ein flaches Kreuz, ein Stuhlkreis bildet den Rahmen für den altarähnlichen Aufbau, die Fenster sind mit weinrotem Tüllstoff verhangen. Es wirkt heimelig, doch gleich-zeitig entsteht das Gefühl, als ob hier auch eine Sekte am Werk sein könnte, was dazu fehlt, ist allein der süßneblige Duft sakraler Spezereien.

20. 45 Uhr. Die Plätze füllen sich, die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Stadtmission nehmen Platz, Tobias ist einer davon. Er wartet, bis sich alle gesetzt haben. Es fehle noch die Gitarris-tin, meint er leise, sonst müsste man mit seiner Kunstfertigkeit vorlieb nehmen, er lacht, blickt über die losen Blätter in seiner Mappe, dass will er aber niemandem zumuten. Nach einem Moment erscheint die Praktikantin, greift die Gitarre und eine kurze Begrüßung später singen die Zwölf „Herr, ich komme zu Dir“, Lied Nummer Sechs im Liederbuch. Es wird still, Tobi-as beginnt, liest einen Auszug aus dem Matthäusevangelium, liest vom Weltgericht. „Ich bin ein Fremder gewesen, ihr habt mich nicht aufgenommen“, erzählt er mit seinem stark ausge-prägten schwäbischen Akzent, der es nicht leicht macht, sich in die Liturgie zu vertiefen. To-bias blickt auf, worum es hier geht, ist allen klar. Er spricht leise weiter, spielt auf die Aufer-stehung an, Ostern, Pfingsten, die Hoffnung, die Gott den Menschen durch Jesus geschenkt hat. Dann klappt er die Mappe zu. „Das war heute mal kein wirkliches Evangelium“, meint er etwas unsicher, und bittet die Praktikantin ein zweites Lied zu spielen, „Zeit der Stille“.

21.00 Uhr. Tobias teilt die Mitarbeiter ein. Der soll an den Eingang, durch den in wenigen Minuten die Obdachlosen eingelassen werden, der in die Küche, den Aufenthaltsraum. Man bespricht gelassen, wer Hausverbot hat und warum, dann ist es soweit, einen Moment wird noch schweigend gedacht, dann geht es los. Ein wenig Heiterkeit lässt sich noch ein, doch die Anspannung ist spürbar. Marie-Therese und Johannes haben nur halb hingehört, ihre Aufgabe ist eine andere, sie sind zwei der insgesamt fünf Fahrer, die für den Kältebus eingeteilt sind. Gleich, wenn sie in ihre dicken Jacken geschlüpft sind, fahren sie mit dem Bus quer durch die Nacht, durch die Stadt, und kümmern sich um die, die in und an U-Bahnhöfen herumlungern, auf Parkplätzen, oder irgendwo im Freien unter einer Plane pennen, die Obdach-, oder Woh-nungslosen. „Wir nennen sie Gäste, oder Kunden“, erzählt Johannes, und schließt die Heck-klappe des Ford Transit. Nach der jährlich neuen Statistik des Senats gäbe es um die 4000 Obdachlosen in Berlin, eine Zahl, die sich demnach seit Jahren kaum verändert hätte, die Hilfsorganisationen sprechen von einer deutlich höheren Dunkelziffer.

21.30 Uhr. Marie-Therese ist Studentin, studiert Baltistik, Psychologie und Theologie in Greifswald und arbeitet als Fahrerin für den Kältebus in Vollzeit, womit sie sich ihren Le-bensunterhalt verdient. Während der Bus durch die Franklinstraße in Richtung Ku´damm rollt, meint sie, dass sie mit Baltistik in der Wirtschaft gute Chancen hätte, aber dass sie das irgendwie nicht will. Sie schüttelt den Kopf. „Darin sehe ich keinen Sinn.“ Johannes nickt. Seit drei Jahren fährt Johannes mit, er selbst ist arbeitslos, ausgebildeter Kaufmann im Ein-zelhandel, fürs mitfahren gibt es eine Aufwandsentschädigung vom Jobcenter, wie viel, dar-über will er nicht sprechen. Die Beleuchtung des HP-Ladens am Ernst-Reuter-Platz taucht den davor liegenden Gehweg in grelles Pink. „Es ist unglaublich, wie die Stadt sich in der Nacht verändert“, erzählt Johannes und gerät mit einem verträumten Ausdruck ins Schwärmen. „Wenn du am Tag durch die Stadt fährst oder gehst, ist es etwas völlig anderes, in der Nacht verlierst du dich viel leichter.“
Am Ku´damm angekommen, drehen die Beiden eine Runde zu Fuß, suchen, keiner da. „Den Kältebus gibt es seit 1988, die Sieben-Tage-Schicht haben wir aber erst etabliert, vor einem Jahr war es noch ein Versuch.“ Johannes erzählt gern und kennt sich aus. Zu jeder Ecke fällt ihm eine kleine Geschichte ein, sein Blick ist ständig ins Lichtermeer gerichtet, nebenbei lotst er Marie-Therese, die sich noch nicht so gut auskennt. „Aber ich mache mich, was“, fragt sie frech. Johannes neckt: „Es geht.“ „Als Idealist wärst du aufgeschmissen“, sagt Marie-Therese, und, „natürlich, ein wenig idealistisch muss man schon sein, aber ich mache das in erster Li-nie, weil ich das Gefühl habe, hier etwas Gutes zu tun. Ich habe beispielsweise auf Bali die soziale Not erlebt. Da habe ich mich gefragt: Warum soweit fahren? Die Probleme liegen vor deinen Füßen. Ich dachte, kümmere dich zuerst um deine Nachbarn.“ Johannes geht es ähn-lich. In seinem Ausbildungsberuf würde er sich nicht wohl fühlen, und auch wenn die Fahre-rei nicht gut bezahlt ist, hier kann er helfen, fühlt er sich gebraucht.

22.00 Uhr. Der Savignyplatz liegt in zwei dunkle Hälften geteilt jenseits der grell und bunt beleuchteten Kantstraße da, wie ein zerschnittener, achtlos ringsum auf die Parkflächen ge-worfener Schatten. „Hier war letztens einer, nach dem wollte ich noch sehen“, sagt Marie-Therese, während die Beiden durch die Dunkelheit laufen. „Hatte Ärger mit seiner Freundin, war dann abgestürzt.“ Die Bänke harren leer, nur auf einer davon parken Essensreste und Ab-fälle; akribisch geordnet und in zwei Reihen verteilt, eine Art Heeresordnung aus Wohlstands-müll. „Die Obdachlosen sind sehr ordentlich“, sagt Johannes, „auf ihr Essen passen sie gut auf und gehen damit dementsprechend um.“ „Ist nicht da“, meint Marie-Therese, „lass uns wei-ter.“

22.15 Uhr. Richtung Wittenbergplatz. „Erstaunlich ist, dass etwa in Charlottenburg mehr Ob-dachlose zu finden sind, als im Ostteil der Stadt.“ Johannes Anregung kommt unvermittelt, seine rechte Hand, die Fingerspitzen trommeln sacht am geöffneten Fenster, sein Blick springt von Leuchtreklame zu Leuchtreklame. „Finde ich auch“, meint Marie-Therese. „Ob das was mit dem Wohlstandsgefälle zu tun hat? Der Mentalität?“ Die Beiden kommen zu keinem Schluss. „Spannend ist es auf jeden Fall, denn es ist eine Tatsache – warum auch immer“, schließt Marie-Therese. Kurz vor dem Wittenbergplatz hält der Bus. „Hier im Parkhaus, da war einer. Hatte sich hinten eingenistet, lass uns nachsehen ob er da ist.“ Johannes geht vor. „Oft ist es ein Ratespiel. Man kann nie wissen, ob sich einer zweimal am selben Ort aufhält und genauso häufig findest du an Orten welche, wo du nie jemanden vermutet hättest. Des-halb ist es wichtig, dass wir keine feste Route fahren, sondern nur grobe Bezugspunkte festle-gen und darüber hinaus noch Ausschau halten“, erzählt Marie-Therese und hat plötzlich eine Eingebung. „Du, wir müssen nachher ans Paul-Linke-Ufer, da war ich gestern erst gewesen, hat sich einer direkt am Wasser unter ´ner Plane eingerichtet.“ Das Parkhaus ist leer, der Wit-tenbergplatz gesperrt. „Hier finden wir niemanden mehr, ein ruhiger Abend“, meint Johannes.

22.45 Uhr. Richtung Paul-Linke-Ufer. Das Handy klingelt. „Endlich“, ruft Marie-Therese, „Ja, endlich“, bestätigt Johannes. Ohne ihre Kunden fühlen die Beiden sich nicht wohl. Jo-hannes spricht kurz mit dem Apparat, dann legt er auf. „Polizei“, sagt er. „Wir sollen gegen eins einen abholen. Passiert immer wieder, aber das ist gut so. Früher hatte die Polizei keine Ahnung, was wir tun, dass wir die Obdachlosen in die Stadtmission fahren, oder an andere Übernachtungseinrichtungen verteilen.“ Trotzdem ist Johannes nicht ganz glücklich, der Kunde ist stark alkoholisiert aufgegriffen worden und befindet sich seit zwei Stunden in der Ausnüchterungszelle. „Na ja, angenehm ist das nicht. Aber die Hauptsache ist, dass die keinen Ärger machen, sonst wird es anstrengend.“

23.15 Uhr. Am Ostbahnhof treffen die Beiden Dietmar. Dietmar ist angetrunken und bester Laune. Er erzählt, dass er gerade aus der Stadtmission käme, da hätte er aber Hausverbot. Ma-rie-Therese bietet ihm an, ihn nach Neu-Westend zu fahren, Dietmar ist überglücklich. Im Auto fängt er an zu singen. „Du bist alles, was ich habe auf der Welt“, und nennt Marie-Therese Schnucki. Es ist ihr nicht unangenehm, doch wohl scheint sie sich nicht zu fühlen. „Es gibt eine Liste“, sagt sie, „da stehen die Kunden und die Spitznamen, die sie für uns ha-ben, drauf.“ Dietmar reizt sein Repertoire aus: „Liebeskummer lohnt sich nicht my Darling.“ „Letztes Jahr hatten wir einen, dem konnten wir helfen.“ Johannes wirkt ernst. „Da kann ich sagen, hätten wir den nicht entdeckt, der wäre bald tot gewesen.“ Marie-Therese versteht. „Das ist dann die Spritze, die reicht fürs ganze Jahr.“ Sie setzt den Blinker. „Sind wir hier richtig?“ Johannes nickt. Bis etwa gegen drei sind die Beiden mit dem Bus unterwegs durch die Stadt, durch die Straßen, das künstliche Licht und die Schatten. Dietmar ist stiller gewor-den. Bis zum Schichtende sind es noch ein paar Stunden und mit jeder Sekunde scheint sich Johannes Satz zu bewahrheiten: Es ist unglaublich, wie die Stadt sich in der Nacht verändert. Wenn du am Tag durch die Stadt fährst oder gehst, ist es etwas völlig anderes, in der Nacht verlierst du dich viel leichter.
Dietmar hat sich herzlich für den Transport bedankt. Eine kleine „Spritze“: „Leute, was würde ich ohne Euch machen“. Und die Beiden vom Kältebus haben einen kleinen Grund mehr, sich weiter durch die Nacht zu arbeiten.

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Liebestraum – Liebestrauma – Liebestrauma rmelade

Verfasst von michaelbolz am November 30, 2008

Ich bin nie gewesen.

Husch! Herz! Husch!

Fort wie eine Schnuppe fällt am Strahahand.

Im Meer ertrunken.

Vom Fisch verschluckt (und wieder ausgeschissen).

Vom Wanderkrebs gar weiter noch verdaut.

Jetzt: Dünger für das Algenkraut.

Oh Oh! Zean!

Da unten ist es tief und dunkel!

Und leuchten tut rein gar nichts mehr!

Im Bauch von honigsüßem Wasser.

Des funkelnd´ Oberfläche nur nach mehr zu fressen

Auf zum Himmel schaut.

Husch! Herz! Husch!

Herz kriecht sich.

War nie da.

Süß!

Eingemacht.

Himbeere mit Stacheln.

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Henning killt und killt – ein weiterer Teil

Verfasst von michaelbolz am November 30, 2008

Heinz in der Küche. Auf einem Stück Zewa entwickelt er eine Strategie, das Monstrum im Nebenzimmer auszuschalten, zu vergewaltigen, um dann mit ihr zu schlafen. Moment, denkt Heinz und nimmt die ersten Streichungen vor. Der Pott auf dem Gasherd gluckst fröhlich, plötzlich steht Berta in der Tür.

„Fertig“, sagt sie und deutet auf das kochende Wasser.

„Tee!“ Imperativ.

„Nee, Heinz“, entfleucht es spontan dem Heinz.

„Ich weiß“, prügelt Berta auf ihn ein, „Tassen?“

Heinz zeigt auf das Regal.

„Eine Schwarze oder eine Blaue?“

Heinz zuckt die Schultern, Berta ergreift eine schwarze und eine hellgelbe Tasse, prüft den Boden auf Staub, geht an die Spüle und wäscht die Tassen aus.

„Der Tee?“

Heinz zeigt auf den Tisch. Berta reißt die Beutel hoch, stopft sie in die Tassen, geht zum Herd und kippt das Wasser drüber.

„Komm!“

Heinz stößt sich beim hochschnellen die Minisken. Beide.

„Licht aus!“

Berta sitzt schon wieder.

Sie ist Friseuse aus Leidenschaft.

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Henning killt den Kapitalismus Teil IV

Verfasst von michaelbolz am November 22, 2008

Heinz taumelt ins Zimmer, zieht sich den Hosenstall zu, flitzt, ohne Berta dabei anzublicken, an den CD-Spieler, überlegt einen Moment, schüttelt den Kopf, stellt den Verstärker ein und drückt auf Abspielen. Es jazzt.

„Billy Holiday“, ruft Berta mutwillig.

Heinz grinst und nickt und stellt ein wenig lauter.

„Ich hasse Billy Holiday.“

Bertas Gesicht windet sich in entstellenden Grimassen.

„Soll ich dir die Haare schneiden?“

Ihre Frage wirkt hemmungslos gestellt. Heinz winkt verstört ab, nimmt die CD heraus.

„Haste was von Rammstein?“

Heinz muss beinahe brechen.

„Ja, irgendwo, die Erste, glaub ich.“

Heinz will ausholen.

„Damals…“

„Auja!“ Berta hüpft auf der Couch.

Springbock, denkt Heinz, Springböcking! Ihm vergeht die Ejakulationslust. Ob die nur hier ist zu nerven? Heinz kommt ein Verdacht. Berta kramt in ihrer Handtasche.

„Hast du gewusst“, sagt Heinz, „dass das deine Vagina ist, in der du da puhlst?“

Berta zieht ihr Reizgaspray hervor und inhaliert.

„Ich meine, nur symbolisch natürlich.“

„Sagt Wer“, brettert ihm Berta entgegen.

„Sagt Freud“, latinisiert Heinz, packt die Rammstein CD ins Laufwerk, Sekunden später sprudelt Wollt ihr das Bett in Flamen sehen. Heinz arbeitet im Call-Center. Berta ist Friseuse, in Marzahn gehen die Lichter aus.

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Henning killt den Kapitalismus Teil III

Verfasst von michaelbolz am November 11, 2008

Hier reihen sich neue Protagonisten in die Welt des Henning ein:

Berta nimmt ihr Gesicht von Heinzens, sie hat genug von Heinz, seiner Zunge, seinem Mundgeruch, seinem Bart, seinen Augen, sie will jetzt Tee. Heinz eilt.

„Pfefferminz oder…“, schallt es aus der Küche,Heinz zögert, „…Pfefferminz?“

Mit je einem Pfefferminzteebeutel in den Händen tingelt er selbstzufrieden herein, will Berta beeindrucken.

„Sonst nichts? Und wie wäre es mit aufräumen?“

Berta fährt mit zwei Fingern der Rechten über das Buchregal und hält Heinz die schwarzen Spitzen entgegen.

„Also Pfefferminz.“

Heinz eilt in die Küche und fragt sich, warum er um Himmels willen nur Hetero ist. Erst vor einer Stunde war er mit Berta von der Party verschwunden, sie war bis dahin und vor kurzem noch recht willig gewesen, Heinz geil wie ein Frettchen oder ein Stück Butter, doch die Laune Bertas war nach dem Einzug in seine ofenbeheizte Studibude verflogen wie die lustvolle Spekulationslust Ackermanns. Berta macht sich auf der Couch breit und findet das Tryptichon Carillos an der gegenüberliegenden Zimmerwand spontan erotisch anmaßend. Berta ist Friseuse in Teilzeit.

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Gebt!

Verfasst von michaelbolz am November 4, 2008

Gebt mir Geld, damit ich das Klima retten kann.

Gebt mir Geld, damit ich das Bildungssystem sanieren kann.

Gebt mir Geld für meinen Urlaub in der Karibik.

Gebt mir Geld für neue Schuhe.

Und für den Weißpunktkugelfisch, den ich in meinem Wohnzimmer parken möchte.

Gebt mir Geld für Essen.

Gebt mir Geld für meine Gesundheit.

Geld für Prostitution.

Gebt mir Geld für.

Meine Seele.

Mein Heil.

Heil!

Kinder.

Wie belanglos sie ist, die Wohlstandsgesellschaft.

Und wie mörderisch.

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Henning Teil II

Verfasst von michaelbolz am November 2, 2008

Henning eilt ins Wohnzimmer. Nicht, dass er die Wahl hätte, nein, die hat er nicht und kann er sich nicht leisten. Mehr als einen Raum. Der Stundenplan. Die Schuhe. Dreckwäsche überall und auf dem Boden. Dazwischen auch. Henning nennt das Chaos, oder Karibik. Je nach Tageszeit. Der Rucksack wartet freundlich, die Unterlagen und die Bücher. Was kant ich heut über Kant erzählen, philosophiert Henning und findet es nicht lustig. Henning ist humorlos wie ein Wlan-Adapter. Henning hat volle Haare. Der Stundenplan. Wie der mich manchmal anschaut, meint Henning in würdevollen Momenten, ich sage Euch, sagt er zu sich, dass hat was Frühmenstruales! Und wieso überhaupt? Ein prüfender Blick bestätigt die unheimliche Vermutung: Bacon am 07.11, heute, nachher, gleich. Das Bett ruft. Henning ist Student, aber nach neuer Studienordnung. Er prüft derzeit in Gedanken eine Eingabe an den Senat, damit die diesen Hunfug (Mischung aus Humbug und Unsinn) wieder wegnehmen, weg nach Lissabon. Und dann muss ich die Sache auch noch alleine durchdenken, mault Henning, packt den Sack voll Rucksachen, weil den RefRat er für vollkommen faschistisch hält. Henning spielt gerne mit dem Satzbau. Ins Bett legen, auf dem Bett liegen, hineinlegen Bette auf auf, kuscheln, einwummeln mit Bett Tina, lümmeln lnisch, schlubbern mit dem Kopfikissen. Und mit Worten. Es bimmelt das Mobilfunkgerät, eine Frau am Apparat. Hallo, ich bin die Elke, die aus dem Kurs für „Was Literatur gegen höhere Gewalt tun kann“. Aha, erinnert sich Henning und fragt sich, ob das gerade seine Antwort war oder ein Gedanke und ob ein Gedanke zeitgleich auch eine Antwort sein kann, während man hirnloses Zeug völlig gedankenlos dahin werfen kann wie. Objektlos, entfährt es Henning, aber nicht auf einmal. Na ja, ich kann ja später noch mal. Alarm! Nein, nein, ist schon gut, ich bin noch, ich war gerade, die Hausarbeit, Recherche, Inspektion, Drüsenfieber usf., rechtfertigt sich Henning und überlegt, ob Nelke „Bock“ hätte mit ihm zu poppen. Henningus Studentus.

Henning findet Elke, als er auflegt, öde. Dies ständige Gekicher und Getue und überhaupt das alles mit /G/! Elke war phonemisch. Und sprach ständig in Affrikata, Henning hasst Affrikata. In Bayern sprechen alle nur in Affrikata. Pf! Tz! Kch! Ob er mit ihr ein Referat machen würde. Ich, fragt Henning seinen Baumfreund, ich? Der Baumfreund weicht der Frage gekonnt aus. Der Stundenplan. Henning langweilt sich. Er fährt sich übers Gesicht. Geht noch. Die Schuhe tragen ihn locker. Finanzkrise. Ob es was Neues gibt? Henning geht nicht davon aus, dann, meint er, dann müsste man erst die Bibel umschreiben. Wieder das Mobilfunktelefon. Ja? Elke wär´s noch mal. Eeeeelke, ruft Henning in Gedanken. Henning? Wer sonst, Tussi, denkt Henning. Nein, Forstdirektion Grunewald, Schnippisch am Apparat. Was kann ich für Sie tun? Schnippisch ist gut, Henning grinst. Entschuldigen Sie bitte, da habe ich mich wohl verwählt. Elke legt auf. Henning wartet. Minutenlang. Es piept, eine SMS kommt herein. Verarschen kann ich mich selbst, Gruß, Elke. Ob Frauen dafür einen sechsten oder so Sinn haben, fragt Henning niemanden, doch keiner antwortet. Student ist Henning.

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warum ein Hund vier Beine hat

Verfasst von michaelbolz am September 27, 2008

Susanne sitzt in der Diskussion. Ganz hinten sitzt sie, den zweiten Platz in der letzten Reihe von links hat sie sich ausgesucht. Die Tasche mit ihren tollen Frauensachen drin parkte direkt neben ihr, damit den äußersten Stuhl keiner okkupieren könnte, der ihr den hindernisfreien Fluchtweg aus der Veranstaltung sichern soll. Sie schwitzt leicht, es ist ihr unangenehm und sie wackelt mit dem Kopf, während um sie herum ungeheuer viel und heiter gelacht und geklatscht und genickt wird. Konsens – wie grässlich!

Den Tag über war Susanne angespannt, das Thema der Runde interessierte sie jedoch brennend. „Erosion der Zivilgesellschaft“ – das klang ähnlich spannend wie „Himbeeren mit Spülmittel doch geniesbar machen“ oder „Warum ein Hund vier Beine hat und Autos niemals pupsen“.

Die Entscheidung sich diese Diskussion anhören zu wollen, war nicht einfach gefallen wie der berühmte Groschen oder Denar oder die Mauern von Jericho. Susannchen hatte sich informiert, wie es ihr so eigen ist und wofür sie kaum jemand schätzt, und hatte Folgendes herausgefunden: Da wollten sich Bürgerliche treffen und diskutieren! Wie Sternschnuppen fiel ihr die Geschichte der Menschheit herab vor die Augen vom Himmel der Erinnerungen – die Bürger, die Bürgerlichen, die vielleicht eher konservativen Konservendosen; die Sparte der Erfinder der Besitzstandswahrung und des Sparguthabens, des Zinses und des Superlativs und der „Wenn Sex, dann bitte ohne Kamasutra“ Ethik. „Herr!“, hatte Susanne laut ausgerufen, „Ist heute nicht Waschtag?“ Doch der Herr war ruhig geblieben.

Susili hatte sich also schweren Herzens entschieden hinzugehen. Ihr grünes Kostüm und der goldfarbene Schal der Großmutter erschienen ihr dem Anlass zu entsprechen. „Bürgerliche!“, rief sie immer wieder laut in die Wohnung, die Möbel wunderten sich. Irgendwann war es dann soweit, die Uhr rief: „Die Zeit! Die Zeit!“; beinahe hätte Susanne sie verschlafen.

Der Saal war gedämpft gefüllt, wäre er ein Nudelsieb wäre es viertelvoll gewesen. Es gab nichts zu trinken, nur Bücher der Baldvortragenden zu kaufen, jedes für mindestens 20 Euro. „Max Liebermann!“, rief Susanne in Gedanken, „Du Zeichner der schönen Strände und Idyllen!“. Sie nahm platz auf einem Stuhl, weiter oben haben wir schon berichtet, wo, staffierte sich angenehm, zupfte das Kostüm an den Schultern zurecht und wartete.

Nach und nach kamen doch Menschen. Überwiegend Bürgerliche. Und eigentlich ausschließlich. Die saßen dann, nachdem sie gehend kamen und später dann gehend gingen. „Kann der seinen Kopf nicht schneiden?“, fragte Susannchen, der ein übler Kerl mit wolligem Haupthaar die Sicht auf die Komplexität der Bühne versperrte. Der Mann lächelte heimlich.

Eine halbe Stunde über der angesagten Zeit, traten dann die Aktionäre doch noch in Aktion. Einer hieß Mak und einer hieß Cosic, einer war Niederländer, einer was Koratisches. Keiner konnte richtig Deutsch. Dem Cosic sah man das gleich an, denn der hatte eine Translatorin im Gepäck. Die ließ er aber nie ganz ausreden, was eigentlich schändlich war, denn seine Gedanken waren bürgerlich gut. Und Mak? Niederländer nimmt sowieso keiner ernst, seit die den Theo hinrichten ließen; da ist es mit der übernationalen Liberalität irgendwie aus.

Dann ging es an, der Moderator glänzte, die Brille glänzte, überhaupt schien er ganz und gar fettich. „Zitate!“, rief Susannili aus, gedanklich freilich, sonst wäre sie als Verbalterroristin entfernt worden, „Zitate!“ Die konnte dieser Wilfried F. Schoeller, man merkte, er war gebildet, der Moderator. Und Bürgerlicher. Erst nahm er jenem das Wort, dann diesem und wie er lenkte, merkte man, typisch deutsch: der ist der Führer. Die Schriftsteller erzählten also, sofern Schoeller sie ließ und er ließ sie oft und gern, was sie so von der restlichen, geistigen Welt hielten. „Oje!“, dachte Susanne, „Oje!“ Wegen dem Deutsch.

Der Mak war toll. Und viel gereist. Über Grenzen und darüber hinaus. Ein toller Hecht. Schlechtes Deutsch. Aber toll. Witzig. Kaum eigentlich, aber bemüht. Dann antwortete nach Überleitung Schoellers Cosic. „Haha!“, lachte Susanne, „Haha!“ Gutes Deutsch. Die Translatorin. Ließ sie aber nicht ausreden. Grässlich! Wieso nur? Mag er sie nicht? Ist sein Verbalkonter ihm selber schnurz? Sprach von Popeye und dann der kroatisch-deutsche Hammer: „Das Bürgertum verschwindet. Ich seh´s nicht mehr!“ Allgemein wurde jetzt viel geweint und sich gegenseitig getröstet. Und wie Bürgerliche so sind, kamen sie schnell darüber hinweg. Dazu gab es eine Hilfestellung seitens der Moderation, der gute Herr Schoeller hatte nämlich gleich für den Selbstschwund eine Ursache parat, dass er mit einem Zitat einleitete: „Oh heavy Burden! (Shakespeare, Hamlet) Die Jugendlichen sind vielleicht was dumm! Nix wissens von Geschichte! Werteverfall! 1870/71! Universaler Imperativ! Moral! Ethik! Das ist für die wie für uns den Brecht zu ignorieren, aber wenigstens wissen wir, wie man Brecht schreibt!“ Tosender Applaus! Die Schnupftücher wurden ein-, Banner des heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation (1410-1806) ausgerollt. Die Version von dem Bild Altdorfers. „Wie gemein!“, dachte Susanne, aber vorsichtig, „Wie gemein!“

Und so verging der Abend seinen Hörern, die sichtlich erfreut darüber waren von den Schriftstellern und dem Zitator zu hören, dass alles nach ihnen dumm war, denn damit kann man ruhig sterben. Und lachen und klatschen! Denn das war das schöne an diesem Abend, das Gemütliche, das Bürgerliche; um Susanne herum wurde ungeheuer viel und heiter gelacht und geklatscht und genickt.“Ja, die Dummen!“, dachte sich Susanne, meinte aber wen ganz anderes als die im Saal. „Süße Doppeldeutigkeit!“

Dann durfte noch gefragt werden. Einer fragte, ob man sich vor Dummheit durch Kondome schützen könnte, eine andere, ob der Herr Cosic noch „solo“ wäre, wie sie sich umständlich ausdrückte. „Und das mit 70!“, stöhnte Susannchen innerlich, „Mit 70!“ Dann kamen so schlaue Fragen, wie: „Warum ist Alkohol ein Pflanzengift?“ oder „Warum ist durch höhere Gewalt kein Fenster zu reinigen?“ Susanne erhob sich schließlich, entriss der 70gerin das Mikrofon und fragte: „Wie wäre es mit Sinn?“ Betroffenes Schweigen wie immer, wenn jemand Sinn fordert. Schoeller fragte: „Was meinen Sie mit Sinn?“ „Das frage ich Sie“, antwortete Susanne, „Mir geht hier nämlich der Sinn ab!“, rief sie denn, und sah, dass alle sie für dumm hielten. Die Übersetzerin suchte nach dem kroatischen Pendant für Sinn. Der Mak lächelte vollkommen niederländisch. Der Schoeller suchte gebildet ein geeignetes Gegenzitat.

Wieder Zuhaus entwickelte sich Susannchen-Schnuffi. „Ein voller Erfolg!“, rief sie in die Wohnung, die Möbel wunderten sich, „Ein voller Erfolg!“

Wie immer, stellte jemand Sinnfragen in öffentlichen Runden, hatte es ein Tohuwabohu-Tamtam-Di-Di gegeben, bis beinahe zur völligen Raserei der bürgerlichen Selbstdarsteller. „Und dabei scheißen die sich genauso in die Hosen wie die Dummen. Schön dumm!“, rief Susanne-Maledjewna-Pur-Prostata gänzlich unzivilisiert in den Raum und die Zeit hinaus.

Später, jedoch nicht viel später.

Susannelilalulalei-di-dumdeldei stand mit ihrer Zigarette am Fenster und schmauchte den Rauch in die Luft, es war schon ziemlich kühl, der Herbst meldete sich, die Blätter am Boden faulten. Feucht war es auch. Da ging doch tatsächlich ein Mann vorbei und sein Beagle und der Beagle hatte nur drei Beine und hüpfte mehr als dass er lief. „Also doch!“, rief Susanne und eilte nach draußen, den Hund zu fotografieren, „Also doch!“

Tatsächlich gibt es auch Hunde mit nur drei Beinen! Die mögen wir im Allgemeinen aber weniger.

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„Die Mitteilung“ – 5 Minuten Theater für Jedermann

Verfasst von michaelbolz am August 21, 2008

Handelnde Personen: Peter und Paul, kurz P1 (Peter) und P2 (Paul). Sie befinden sich in einem Zimmer mit zwei Fenstern. Man sieht: es regnet. Es ist überhaupt ein grauer Tag. Peter und Paul kennen sich seit längerem, haben sich aber lange nicht gesehen.

P1: „Es regnet, ich…“

P2: unterbricht „Es tut was? Kann nicht sein…“ (guckt raus)

P1: „Du, ich…“

P2: unterbricht „Mist! Und ich hab keinen Schirm.“

P1: schmollt

P2: „Hast Du zufällig einen? So ein Mist!“

P1: überlegt

P2: „War was?“

P1: „Ich…“

P2: unterbricht „SAUWETTER!“

P1: lauter „Ich…“

P2: unterbricht „Hätte ich das gewusst, ich mein, vorher…“

P1: ruft „Ich weiß was, was Du nicht weißt!“

P2: „Ich weiß. Aber ich weiß es besser.“

P1: provozierend „Ach? Woher denn? Was denn?“

P2: säuselt „Weiß nicht. Sag Du´s mir.“

P1: „Ist aber ein Geheimnis! Ich sagte ja…“

P2: unterbricht „Ich weiß. Du weißt was und so weiter….“

P1: sicher „Und das ist?“

P2: „Mir völlig schnuppe.“

P1: „Mit Dir ist schwer zu reden.“

P2: säuselt „Ich weiß!“

P1: grummelt

P2: pfeift, guckt in die Luft

P1: beobachtet P2 dabei

P2: beobachtet seine Fingernägel

P1: „Nun frag!“

P2: „Nö! Nein und nicht!“

P1: lauter „Mach!“

P2: „Was denn?“

P1: schreit offensichtlich „FRAAAAGEN!“

P2: säuselt „Wozu? Wenn es mich nicht…“

P1: enttäuscht „Was aber ist ein Geheimnis wert, mein ich, wenn niemand….“

P2: unterbricht „…fragt, meinst Du?“

P1: „Ja, also…“

P2: provoziert „Ich wusste es!“

P1: zischt „Duuuuuu……“

P2: „Ich!“

P1: schreit „DUUUUUUUU!“

P2: völlig ruhig „Ja?“

P1: gibt auf „Gut! Es geht also….“

P2: unterbricht „…um deine Schuhe!“

P1: verwirrt „Schuft! Was? Wie?“

P2: „Will raten!“

P1: fragt sich „Du willst…..?“

P2: „Das Hemd, nein! Die Krawatte!“

P1: „Ich…“

P2: unterbricht „Halt! Sag nichts! Ich… - er schnuppert - …ein neues Deodorant?“

P1: vollkommen verwirrt „Was? … äh….“

P2: „Dein Anzug? Neu? Der Haarschnitt? Oder….die Nase? Nein, jetzt….die weiße Stelle am Finger! Dein Ring…“

P1: unterbricht „…ist fort.“

P2: „Wann?“

P1: „Vor drei Wochen. Ich wollte mit Dir…“

P2: unterbricht „Ein Anderer?“

P1: blickt zu Boden „Muss wohl. Ich….“

P2: unterbricht, zwinkert „Oder Eine…?“

P1: wütend „Ach! Hör auf!“

P2: säuselt „Ich wusste es!“

P1: „Ich weiß.“

P2: „Aber Du wolltest es nicht glauben.“

Licht aus. Alle ab. Die Wolken gehen, Sonne kommt.

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